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Kaum ein Ernährungstrend wird so kontrovers diskutiert wie die basische Ernährung. Während die einen schwören, seit der Umstellung deutlich mehr Energie zu haben und weniger unter Verdauungsbeschwerden zu leiden, bleiben andere skeptisch – schließlich reguliert der Körper seinen Blut-pH-Wert ohnehin sehr eng und unabhängig von der Nahrung. Unabhängig davon, wo man in dieser Debatte steht: Eine basenreiche Ernährung bedeutet in der Praxis meist einfach mehr Gemüse, Obst und Kräuter – und weniger stark verarbeitete Lebensmittel. Das ist ein Ansatz, von dem die meisten Menschen ohnehin profitieren.
Die Idee hinter der basischen (auch "basenüberschüssigen") Ernährung stammt aus der Beobachtung, dass bestimmte Lebensmittel bei ihrer Verstoffwechselung im Körper eher säurebildend, andere eher basenbildend wirken. Dabei geht es nicht um den tatsächlichen pH-Wert des Lebensmittels selbst (eine Zitrone schmeckt sauer, wirkt im Stoffwechsel aber basenbildend), sondern um die Stoffwechselendprodukte, die nach der Verdauung übrig bleiben.
Als eher säurebildend gelten:
Als eher basenbildend gelten:
Anhänger der basischen Ernährung gehen davon aus, dass eine dauerhaft säurelastige Ernährung den Körper dazu zwingt, Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium aus Knochen und Gewebe zu mobilisieren, um überschüssige Säuren zu neutralisieren. Eine basenreiche Ernährung soll diesem Prozess entgegenwirken.
Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick: Der Blut-pH-Wert des Menschen wird von Lunge und Nieren äußerst präzise reguliert und bewegt sich fast ausschließlich in einem sehr engen Bereich um 7,4 – unabhängig davon, was gegessen wird. Die Theorie, dass Nahrung den Blut-pH-Wert nennenswert verschiebt, gilt in der etablierten Wissenschaft als widerlegt.
Was jedoch gut belegt ist: Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Kalium bei gleichzeitig moderatem Konsum von Fleisch, Salz und verarbeiteten Lebensmitteln steht im Zusammenhang mit einer besseren Knochendichte, einer geringeren Belastung der Nieren und einem insgesamt günstigeren Nährstoffprofil. Ob das nun über den "Säure-Basen-Haushalt" erklärt wird oder schlicht über den hohen Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen – das Ergebnis für den Alltag ist ähnlich: mehr Gemüse und Obst tut den meisten Menschen gut.
Auch wenn die zugrunde liegende Theorie umstritten ist, berichten viele Menschen, die ihre Ernährung in Richtung basenreicher Lebensmittel umstellen, von folgenden Effekten:
Eine radikale Ernährungsumstellung ist selten nachhaltig. Diese Schritte erleichtern den Einstieg:
Ein einfaches, alltagstaugliches Gericht, das komplett auf basenbildende Zutaten setzt und sich hervorragend zum Meal-Prep eignet.
Für das Ofengemüse:
Für die grüne Kräutersauce:
Tipp: Für zusätzliche pflanzliche Proteine passen gekeimte Linsen oder ein paar geröstete Kichererbsen hervorragend dazu – beide gelten ebenfalls als basenfreundlich.
Ob man der Säure-Basen-Theorie im medizinischen Sinne folgt oder nicht: Eine basenreiche Ernährung führt in der Praxis meist zu mehr Gemüse, mehr Obst, mehr Wasser und weniger stark verarbeiteten Lebensmitteln. Das ist ein Ernährungsmuster, das unabhängig von der zugrunde liegenden Theorie gut belegt ist und den meisten Menschen guttut. Wer es nicht als starres Regelwerk, sondern als Inspiration für mehr pflanzliche Vielfalt im Alltag versteht, kann von diesem Ansatz profitieren – ganz ohne Verzicht auf Genuss.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder speziellen Ernährungsfragen empfiehlt sich der Austausch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Ernährungsberatung.